Kostenlose Bitcoin, Litecoin, etc. verdienen – geht das?

1.Zunächst eine kleine Geschichte…

Im Internet gibt es zahlreiche Seiten, die behaupten, ihren Nutzern kostenlos und teils ohne große Gegenleistung Bitcoin auszuzahlen, aber ist das überhaupt möglich? Inwiefern kann man solchen Seiten vertrauen?

Grundsätzlich gilt: Niemand möchte euch etwas schenken. Wenn ein Angebot zu gut scheint, um wahr zu sein, ist es das in aller Regel auch!

1.1 Wie alles begann

Ich habe es selbst erlebt und mich im Jahr 2019 durch den großen InnovaMine-Scam betrügen lassen, weil mir die nötige Erfahrung mit Online-Mining-Seiten fehlte. Die Betreiber von innovamine.io hatten auf ihrer Seite ziemlich gute Angebote veröffentlicht. Bereits nach etwas mehr als einem Monat hätte ich mein Startkapital mit der gemieteten Hashrate wieder in meinem Wallet gehabt. Der abgeschlossene Vertrag lief allerdings ganze zwei Jahre. Das heißt, dass ich bereits nach diesem Monat nur noch reinen Gewinn zu verzeichnen gehabt hätte.

1.2 Meine Recherchen

Da ich bereits von Beginn an eher gemischte Gefühle bezüglich dieser Angebote hatte, begann ich im WWW zu recherchieren. Dort erfuhr ich, dass die Seite tatsächlich ihre Benutzer auszahlen sollte und bereits seit etwas mehr als einem halben Jahr existieren sollte. Die meisten Scam-Seiten existieren nur wenige Wochen, bevor sie mit dem Geld ihrer User verschwinden. Noch immer war mit klar, dass die Seitenbetreiber das sogenannte Ponzi-Schema verfolgt.

1.3 Ponzi-Schema – ein kleiner Exkurs

Ponzi-Schema bedeutet, dass ein Dienst eine möglichst große Anzahl an Menschen ansammelt, wobei die Dienstleistung anfangs problemlos funktioniert. Das führt dazu, dass User eines solchen Services ihren Freunden und Bekannten davon erzählen und diese anwerben. Hat der Dienst genügend Nutzer und damit auch genügend Geld angesammelt, dann verschwindet er für immer oft spurlos vom Markt. Besonders gut funktioniert dieses Prinzip mit den meisten Kryptowährungen, denn obwohl alles in Blockchains gespeichert wird, sind die Wallet-Adressen meist nicht mit einer realen Person oder Organisation in Verbindung zu bringen.

1.4 Mein Fehler und zugleich der tausender anderer

In Anbetracht der Tatsache, dass die Seite nun schon seit einigen Monaten existierte, entschied ich mich, zu investieren. Nach nur einem Monat würde ich mein Geld ja bereits zurück haben. Doch das war ein Trugschluss – nur zweieinhalb Wochen nach meiner Investition verschwand InnovaMine.io spurlos. Einige weitere Betrüger wollten daraus ihren eigenen Vorteil ziehen und schalteten unter innovamine.ltd eine weitere Domain. Dort fand man eine Aufforderung vor, Geld an eine Bitcoinadresse zu schicken, um die gesperrten Bitcoins wieder freizuschalten. Angeblich sei man Opfer einer Hackerattacke geworden. Natürlich ist das völliger Unfug, doch viele fielen sogar auf diese Masche herein – vermutlich wurden sie durch ihre Verzweiflung dazu getrieben. Durchaus gab es nämlich Investoren, die zehntausende von Euros in die vermeintlich guten InnovaMine-Angebote steckten.

1.5 Fazit

Trotzdem habe ich nicht alles falsch gemacht. Ich habe nur Geld in InnovaMine investiert, das ich auch verlieren konnte, also das ich mir auch wirklich leisten konnte. Außerdem informierte ich mich zumindest im Vorfeld, auch wenn es mir in diesem Fall nicht geholfen hat. Das sind zwei Dinge, die auch ihr beachten solltet.

2. Gibt es auch ähnliche Anbieter, denen man vertrauen kann?

2.1 Nicht ganz kostenlos und risikoreich: Cloud-Mining

Mit dieser Geschichte wollte ich im Grunde auch aussagen, dass ihr Anbietern, die mit übertrieben guten Angeboten locken, nicht vertrauen solltet. Nur wenige “vertrauenswürdige” Cloud-Mining-Provider sind mir bekannt, darunter Genesis-Mining oder Hashflare. Dort solltet ihr natürlich keine Wunder erwarten, wenn es um euren Profit geht, des Mining-Hardware ist teuer und muss immer wieder erneuert werden, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Ein gewisses Risiko besteht allerdings immer, wenn ihr Geld investiert. Aber gibt es eine Möglichkeit, ohne Investitionen Kryptowährungen zu erhalten?

2.2 Kostenlos und mit wenig Risiko verbunden: Faucets

Ja, die gibt es tatsächlich. Erinnert euch aber an einen der ersten Sätze dieses Beitrags: Niemand möchte euch etwas schenken. Es wird immer eine Gegenleistung verlangt. Sogenannte Online-Faucets bezahlen euch mit Kryptowährungen, wenn ihr dafür Umfragen beantwortet und/oder finanzieren sich über die Werbung, die auf ihren Seiten eingeblendet wird. Ich selbst benutze solche Faucets bereits seit Jahren und habe bisher fast nur Positives zu berichten. Tatsächlich wurde ich bisher immer ausgezahlt. Das einzige, was mich ein wenig stört ist die teilweise große Menge an Werbung, die angezeigt wird. Zwar ist es mir in all den Jahren noch nie passiert, dass ich mir darüber einen Virus eingefangen habe oder versehentlich ein Abo abgeschlossen habe. Dennoch empfehle ich, ggf. ein Zweitgerät zu verwenden, um auf die Faucets zuzugreifen.

Im Folgenden möchte ich euch einige solcher Faucets vorstellen, die ich bereits seit Jahren selbst verwende und mit denen ich zufrieden bin. Es handelt sich hierbei nur um eine persönliche Meinung. Es gibt zahlreiche weitere Dienste. Diese alle hier vorzustellen, würde den Rahmen des Möglichen sprengen.

Im Wesentlichen handelt es sich bei den Faucets um die Faucets des Microwallets CoinPot, um Cointiply und um Freebitcoin.

2.2.1 Coinpot

MoonBitcoin, MoonLitecoin, MoonDogecoin, MoonDash und MoonCash, BonusBitcoin und BitFun gehören zu CoinPot. Alle Einnahmen, die ihr über diese Faucets erhaltet, werden im sogenannten CoinPot-Microwallet gespeichert. Dort könnt ihr zwischen verschiedenen Kryptowährungen konvertieren – beispielsweise von Litecoin in Bitcoin. Damit könnt ihr euch auf gewissen Währungen stärker, auf andere weniger stark konzentrieren.

Außerdem könnt ihr eine Währung auf euer richtiges Wallet überweisen lassen, sobald ihr das Auszahlungsminimum erreicht habt. Diese Minima sind ziemlich gering angesetzt (derzeit etwa 0,70€ bis 1€ je nach Kurs). Mit dem Abschließen einiger Umfragen könnt ihr diese Minima schnell erreichen. Außerdem gibt es abseits solcher Umfrage auf jeder dieser Faucet-Seiten einen Claim-Button, über den ihr in Intervallen von nur wenigen Minuten immer wieder neue Krypto-Beträge beanspruchen könnt. Dieser Button wird über die Werbung finanziert, die auf den Seiten eingeblendet wird.

Zu jedem Claim erhaltet ihr neben der entsprechenden Krypto-Währung zudem drei Coinpot-Tokens. Mit diesen könnt ihr unter anderem an Lotterien oder Multiplier-Spielen teilnehmen oder sie einfach in andere Währungen umwandeln.

Die meisten der Faucets bieten außerdem zahlreiche Boni wie beispielsweise den täglichen Treuebonus.

2.2.2 Freebitcoin

Auch Freebitcoin verwende ich hin und wieder, um den Claim-Button auf der Seite zu verwenden. Allerdings kenne ich nicht den vollen Funktionsumfang der Seite. Ähnlich wie bei anderen derartigen Seiten könnt ihr aber auch hier Multiplier-Games spielen oder an der seiteneigenen Lotterie teilnehmen. Ein besonderes Feature sind aber beispielsweise Wetten aus unterschiedlichsten Bereichen, an denen ihr mit euren verdienten Bitcoins teilnehmen könnt.

2.2.3 Cointiply

Cointiply hat von allen vorgestellten Seiten die meisten Werbepartner. Hier habt ihr eine wirklich große Auswahl verschiedener Angebote und Umfragen. Außerdem könnt ihr im Multiplier eure Coins vervielfachen (oder alle verlieren). Ein täglicher Treuebonus im Faucet ist außerdem vorhanden. Zudem gibt es mehr Coins, wenn ihr im Faucet eine Primzahl rollt.

Über den integrierten Chat könnt ihr mit anderen Nutzern der Seite direkt in Kontakt treten. Zudem ist ein sogenannter Chat-Rain-Bonus in den Chat integriert. Verfasst ihr hilfreiche Beiträge, so könnt ihr von anderen Usern Karma erhalten, das eure Chancen auf den Bonus erhöht. Außerdem könnt ihr direkt Coins in den Chat-Rain einzahlen – das erhöht zwar laut Cointiply nicht die Chancen, dass ihr gewinnt, dennoch wird es wohl gern gesehen. Genauere Infos zum Chat-Rain gibt es hier (bevor ihr wie schätzungsweise bisher tausende von Nutzern im Chat nachfragt ;)).

Sehr empfehlenswert ist es, Cointiply auf Twitter zu folgen. Dort werden regelmäßig Promo-Codes gepostet, die ihr auf der Seite unter dem Reiter “Promos” einlösen könnt. Dafür erhaltet ihr eine gewisse Anzahl an Coins, wenn ihr schnell genug seid. Außerdem veranstaltet Cointiply hin und wieder eine “Guess-the-Promo”-Aktion. Dabei werden in gewissen Zeitabständen Rätsel veröffentlicht, die einen bestimmten Begriff umschreiben, den man dann als Promocode eingeben kann.

Was bei Cointiply noch zu beachten ist: Abgerechnet wird in Coins. Diese sind fest am Dollar orientiert. Ist der Bitcoin gegenüber dem Dollar eher schwach, zahlt Cointiply euch ehr Coins aus, als wenn der Dollar dem Bitcoin gegenüber eher stark ist. Achtet also auf den aktuellen Bitcoin-Kurs, wenn ihr die Auszahlung in Auftrag gebt. Alle Auszahlungen werden einmal pro Woche bearbeitet, meist im Zeitraum von Samstag bis Montag.

2.2.4 Fazit

Faucets sind vermutlich nicht die profitabelste Methode, um Geld zu verdienen. Oft erhaltet ihr nur kleine Beträge, nur für zum Beispiel Umfragen etwas mehr. Als Nebenverdienst oder kleine Geldanlage ist es aber dennoch geeignet. Der Bitcoin-Kurs kann jederzeit steigen, begünstigt wird das im Jahr 2020 vor allem durch das bestehende Bitcoin-Halving. Da können die kleinen Faucet-Beträge bald etwas mehr wert sein. Auch für andere Kryptowährungen gibt es natürlich Chancen der Wertsteigerung. Doch egal auf welche Währung ihr euch konzentriert, Faucets sind auf jeden Fall eine gute Methode, um sich den einen oder anderen Groschen dazu zu verdienen.

3. General Fazit

Damit komme ich zum Entschluss: Nicht alle kostengünstigen oder kostenlosen Methoden, um Kryptowährungen zu erhalten bestehen aus Lug und Betrug. Es gibt aber Dinge, die ihr beachten solltet, um Betrügern nicht zum Opfer zu fallen (siehe ersten Fazit).

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